Bakasana – sich über die eigenen Grenzen erheben

Kaum eine Haltung, mit der ich mehr Leichtigkeit und Spielerei verbinde. Wobei es am Anfang eben gar nicht so leicht war, der Kraft meiner Arme und Hände zu vertrauen und mein ganzes Gewicht in diese Kraft hineinzugeben. Einige Male bin ich im wahrsten Sinne auf die Nase gefallen, war zu ungeduldig und ging zu verkrampft an die Sache heran. Irgendwann habe ich gemerkt, dass es gar nicht so sehr der Wille ist, eine Übung zu meistern, sondern mehr sich der Übung selbst zu stellen- der Herausforderung ins Auge zu schauen, ohne zu wissen, wo man ankommt.
Denn Bakasana oder die Krähe bzw. der Kranich (je nach Übersetzung) will uns von der Schwere in die Leichtigkeit führen. Symbolhaft will diese Übung uns zeigen, dass wir durch stetiges Praktizieren alles Belastende hinter uns lassen, um ins Licht aufsteigen zu können. Oder anders gesagt- sich unseren Dämonen zu stellen, um wieder mehr Leichtigkeit und Freude zu erfahren.
So wie die hinduistische Göttin Kali, eine Verkörperung von Parvati, Shivas Gattin. Kali lässt sich nicht erschüttern, unermüdlich stellt sie sich ihren Dämonen, auch ihren eigenen. Sie gewinnt die „Schlacht“ gegen die Dämonen, indem sie jeden Tropfen ihres Blutes aufsaugt, als wäre es ein Lebenselixier. Am Schluss geht sie als große Siegerin hervor und verlässt Hand in Hand mit Shiva das Schlachtfeld.
Es geht darum, den eigenen Schatten oder Dämonen nicht auszuweichen, sondern ihnen direkt ins Auge zu blicken und so Befreiung und Frieden zu erlangen.
Bakasana ist eine wunderbare Übung, um der eigenen Angst zu begegnen und sie mutig zu betrachten. Und dabei ist es nicht wichtig, wie weit du kommst, sondern dass du beginnst, den Weg zu gehen.
Um in die Haltung zu kommen, beginne in Uttanasana, der Vorwärtsbeuge. Stell die Beine eng zu einander, so dass die großen Zehen sich berühren.
Bilde nun ein gutes Fundament über deine Hände auf deiner Matte. Spreize die Finger weit auf, verankere dabei v.a. auch die Daumen- und Zeigefinderwurzel fest. Stell dir vor, deine Fingerkuppen sind wie Saugnäpfe mit der Matte verbinden. Aktiviere deine Unterarme zueinander und rotiere deine Oberarme nach außen, so dass deine Schultern stabilisiert sind.
Öffne nun deine Knie auseinander und bring die Kniescheiben an deine Oberarme, so nah an deine Achselhöhlen wie möglich. Blicke nach vorne unten in Richtung Boden.
Dann beginne deinen Körperschwerpunkt in die Hände zu verlagern. Versuche dabei abwechselnd die Füße von der Matte zu heben, um ein Gefühl für die Haltung zu bekommen. Press dabei deine Hände fest in die Matte.
Wenn dich stabil fühlst, hebe beide Füße gleichzeitig in Richtung Gesäß, die großen Zehen berühren sich. Zieh die vorderen unteren Rippen mehr zueinander und aktiviere deinen Beckenboden.
Löse die Haltung langsam wieder auf, komm ins Sitzen und kreise deine Handgelenke zur Entlastunge etwas aus.
Egal wie weit du kommst, sei stolz auf dich, dass du dich dieser Herausforderung gestellt hast!

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