
Eine meiner liebsten „To- Go“- Übungen im Alltag ist das „Affectionate Breathing“ aus dem Programm „Mindfulness Based Self Compassion“ über das ich schon in einem der früheren Blogartikel geschrieben hatte. „Self Compassion“ oder auf Deutsch „Selbstmitgefühl“ bedeutet sich selbst so zu behandeln, wie man eine gute Freundin/ einen guten Freund behandeln würde, die/ der gerade vor einer Herausforderung im Leben steht oder die/der gerade etwas schwieriges durchmacht.
Eine Übung aus diesem Programm ist das bereits erwähnte „Affectionate Breathing“. Diese Übung hilft dem Geist einerseits dabei, konzentrierter und ruhiger zu werden und sich gleichzeitig ganz bewusst mithilfe des Atems zu nähren und zu halten. In meinen Yogakursen sage ich oft, dass wir bereits alles in uns haben, was wir brauchen. Und mir ist bewusst, dass sich das so leicht daher sagt, es aber Übung braucht, um das wirklich zu spüren- das wir uns selbst auch Halt geben können, indem wir selbstmitfühlend mit uns umgehen, auch wenn es im außen gerade schwierig und herausfordernd ist.
Übung: „Affecionate Breathing„
Wähle eine für die bequeme Sitzhaltung. Das kann am Boden auf einem Sitzkissen sein oder auch auf einem Stuhl. Mache es dir ganz bequem. Alternativ kannst du die Übung auch im Stehen machen.
Schließe deine Augen oder senke den Blick sanft in Richtung Boden.
Atme einige Male ganz tief über die Nase ein und über den geöffneten Mund aus. Finde nun einen gleichmäßigen Nasenatemn.
Lege nun eine Hand für einen Moment auf dein Herz oder an eine andere Stelle, die sich für dich stimmig anfühlt. Du kannst die Hand hier während der ganzen Übung liegen lassen, wenn du möchtest.
Nimm nun den Atem im Körper wahr. Spüre wie der Körper ein- und ausatmet.
Vielleicht kannst du wahrnehmen, wie der Körper mit der Einatmung genährt wird und mit der Ausatmung entspannt.
Vielleicht kannst du wahrnehmen, dass der Körper dich atmet. Es gibt nichts zu tun.
Nimm nun den Rhythmus der Atmung wahr: wie der Atem ein- und ausströmt. Beobachte den natürlichen Rhythmus deiner Atmung.
Spüre nun, wie sich der Körper sanft im Rhythmus des Atems bewegt, wie sich die Bauchdecke hebt mit jeder Einatmung, der Brustkorb weitet, das Brustbein hebt- und wie mit jeder Ausatmung alles wieder sinkt. Ähnlich wie eine Welle, die sich aus dem Meer erhebt und wieder in den großen Ozean zurücksinkt. Spüre dieses innere wiegen durch den Atem.
Vielleicht kannst du dich ganz deinem Atem hingeben- den Atem alles sein lassen, was gerade da ist. Einfach nur atmen. Zum Atem werden, der Atem sein.
Nach einer Weile löse dich von deinem Atem und lass alles, was an Gedanken, Gefühlen…auftaucht, nun einfach da sein. Erlaube dir zu spüren, was du spürst und genau so zu sein, wie du bist.
Verweile hier so lange in dieser Übung wie du magst. Du kannst auch immer wieder zur Atemachtsamkeit zurückkehren.
Wenn du die Übung beendest, streiche mit deinen warmen Händen dein Gesicht aus und öffne langsam deine Augen.

